Absolventenporträts

Hier findest du Berichte von unseren Absolventen der Biogeowissenschaften.

Du bist Absolvent der Biogeowissenschaften und bist bereit, über deine Erfahrungen bei der Berufswahl zu berichten? Dann melde dich bei dirk.merten@uni-jena.de.

Slavko Pasalic (M.Sc. Biogeowissenschaften)

Slavko Pasalic (M.Sc. Biogeowissenschaften)

Gerade zu dem Zeitpunkt, als für mich die schwierige Entscheidung anstand, ob ich Biologie oder Geologie studieren soll, habe ich durch Zufall von dem damals neuen Studiengang Biogeowissenschaften gehört. Für mich war sofort klar, dass diese Kombination aus beiden Wunschrichtungen genau das Richtige für mich ist.
Während des Bachelor-Studiengangs wurden meine Erwartungen voll erfüllt und der Entschluss stand fest, auch den Master gleich in Jena dranzuhängen. Ursprünglich wollte ich in die Forschung gehen, aber während des Master-Studiengangs haben sich meine Interessen verlagert. So kam es, dass ich mich in der freien Wirtschaft nach Arbeit umgesehen habe.

Durch meine Schwerpunkte in den Abschlussarbeiten im Bereich der analytischen Chemie habe ich auch nach entsprechenden Jobs gesucht. Über ein Praktikum im umweltanalytischen Labor bei Eurofins in Jena bekam ich die Chance, bei Eurofins in Freiberg einzusteigen, wo ich als Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Projektsekretariat/Prüfleitung tätig war. Dort habe ich vor allem Prüfberichte geschrieben, Kunden betreut, Angebote erstellt und Laborergebnisse geprüft.

Nach gut zwei Jahren habe ich den Arbeitsplatz gewechselt und bin nun beim Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK) in Freiberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Der Aufgabenbereich ist fast der gleiche wie bei Eurofins. Da ich vor meinem Studium eine Ausbildung in der Kunststoffbranche absolviert habe, kann ich hier nun die Kenntnisse aus beiden Berufszweigen kombiniert anwenden.

Julia Lindner (M. Sc. Biogeowissenschaften)

Julia Lindner (M. Sc. Biogeowissenschaften)

Das Schöne an den Biogeowissenschaften ist, dass man die Möglichkeit bekommt, viele Themengebiete kennen zu lernen, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Nach meinem Bachelorabschluss bin ich deshalb in Jena geblieben, um während des Masterstudiums die biologischen Hintergründe vertiefen zu können, ohne dabei die Vielfältigkeit aufgeben zu müssen.Durch das Berufspraktikum im 6. Semester des Bachelorstudiums bin ich zum ersten Mal in Kontakt mit der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) gekommen, worauf dann mehrere Hiwistellen folgten. Als ich kurz nach meinem Abschluss eine Stelle im EVA-Projekt der TLL ergattern konnte, kam mir vor allem zugute, was ich während der letzten Jahre gelernt hatte: Da während des Studiums viele Themengebiete angerissen werden, lernt man schnell, sich kurzerhand in neue Thematiken einzuarbeiten. Das EVA-Projekt ist, ähnlich wie das Studium, ein interdisziplinäres Vorhaben, welches Landwirtschaft, Ökologie, Wirtschaft und Politik verknüpft und dabei ebenso eine Zusammenarbeit verschiedener Ebenen der Wissenschaft (Universitäten, Landeseinrichtungen, freie Ingenieurbüros) darstellt.

Meine Aufgabe ist es dabei, in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen die über 10 Jahre angesammelten Daten an unserem Standort in Jena auszuwerten, den weiteren Versuchsablauf zu koordinieren und das Projekt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Meine Arbeit gibt mir also die Möglichkeit, sowohl wissenschaftlich, als auch praktisch zu arbeiten und bietet mir so genau das richtige Maß an Abwechslung, das ich mir für mein Berufsleben gewünscht habe.

Weitere Infos: www.eva-verbund.de

Franziska Mosebach, geb. Schäffner (Dr., M.Sc. Biogeowissenschaften)

Franziska Mosebach, geb. Schäffner (Dr., M.Sc. Biogeowissenschaften)

Meine Entscheidung für Jena und den Studiengang hing von mehreren Faktoren ab. Zum einen hatte ich mein Abitur sehr naturwissenschaftlich ausgerichtet und ich wollte auch gern etwas in diese Richtung studieren und zum Anderen hatte ich in Jena bereits Freunde, die auch hier studierten, und so konnte ich noch während der Schulzeit die Vorzüge von Jena als Studentenstadt kennenlernen. Der Studiengang Biogeowissenschaften wurde damals in Jena neu angeboten und ich war mit eine der Ersten die dieses Studium beginnen durften. Der Reiz lag für mich eindeutig in der innovativen Idee verschiedene Fachrichtung zu verbinden und somit die Möglichkeit zu haben sehr vielfältig arbeiten zu können.

Meinen Master habe ich dann anschließend auch in Jena absolviert und hatte die großartige Möglichkeit über das "fast track" Verfahren bereits während des Masterstudiums ein Stipendium zu bekommen, mit dem ich dann direkt in die Doktorarbeit auf dem Fachgebiet der Biogeowissenschaften (http://www.gk-alteration.uni-jena.de/) einsteigen und somit ein Jahr Studienzeit sparen konnte. Während der Promotion hatte ich dann die Möglichkeit über verschiedene Projekte an Auslandskampagnen teilzunehmen (z.B. Schweden, Wales, Sardinien) und habe dann auch in Sardinien einen drei monatigen Forschungsaufenthalt absolviert. Noch während der Promotion habe ich mir dann ein Jahr eine "kleine Verschnaufpause" gegönnt, als mein Sohn geboren wurde. Nach der Elternzeit habe ich schließlich meine Promotion beendet und wurde hier am Institut für Geowissenschaften in der Arbeitsgruppe der Angewandten Geologie als wissenschaftliche Mitarbeiterin eingestellt. Seitdem habe ich die Möglichkeit sowohl forschungsorientiert weiter an diversen Umweltrelevanten Fragestellungen zu arbeiten, als auch in der Lehre für die Biogeowissenschaften und Geowissenschaften tätig zu sein und den Studenten dabei hauptsächlich im Gelände die verschiedenen Methoden beizubringen. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und es ist schön nun das Wissen rund um die Biogeowissenschaften an andere Studenten weiter geben zu können.

Steffi Rothhardt (Dr., M.Sc. Biogeowissenschaften)

Steffi Rothhardt (Dr., M.Sc. Biogeowissenschaften)

Für mich bot das Studium der Biogeowissenschaften das perfekte, abwechslungsreiche Kursprogramm. Zahlreiche Vorlesungen, Seminare und Geländeübungen später begann ich am Institut für Geowissenschaften mit der Promotion und hatte währenddessen die Möglichkeit 3 Monate am Mineralogischen Institut in Paris forschen. Nach einem kurzen Auslandsaufenthalt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in Kamerun begann ich Anfang 2014 als wissenschaftlich Koordinatorin der International Max Planck Research School für biogeochemische Stoffkreisläufe in Jena zu arbeiten. Ich bin sehr zufrieden mit dem abwechslungsreichen Aufgaben und dem internationalen Arbeitsumfeld.

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Stefan Neumann (M.Sc. Biogeowissenschaften)

Stefan Neumann (M.Sc. Biogeowissenschaften)

Bereits in meiner Kindheit habe ich mich sehr für Natur und Umwelt interessiert. Deshalb war bereits früh klar, dass ich mich auch bei der Wahl meines Studienfaches in diese Richtung orientieren würde. Für den Studiengang Biogeowissenschaften habe ich mich schließlich aufgrund der breiten interdisziplinären Ausbildung entschieden. Dies ist aus meiner Sicht besonders wichtig, da für das Verständnis der in der Umwelt ablaufenden Prozesse auch immer die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Umweltkompartimenten betrachtet werden muss.

Während meines Studiums und in verschiedenen Praktika wurde mein Interesse an der Thematik der Altlasten geweckt. Bei der Altlastenbearbeitung sind vor allem geologische und hydrogeologische, sowie chemische aber auch mikrobiologische Kenntnisse erforderlich. Da es sich hierbei ebenfalls um eine sehr interdisziplinäre Fachdisziplin handelt, habe ich mich bei meiner Berufswahl bewusst für eine Tätigkeit in diesem Bereich entschieden. 

Meine Aufgabe als Sachbearbeiter für Gewässeraufsicht/Bodenschutz/Altlasten beim Fachdienst Umweltschutz der Stadt Jena ist in erster Linie der Schutz der Oberflächengewässer. Um die Gewässer vor schädlichen Eingriffen zu schützen versehe ich wasserrechtliche Genehmigungen mit den entsprechenden Auflagen, die eine schadlose Gewässernutzung ermöglichen. 

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gewässerunterhalter. Ziel ist hierbei das Erreichen eines guten chemischen und ökologischen Zustandes der Gewässer II. Ordnung im Stadtgebiet von Jena. 

Weiterhin arbeite ich mit an der Erstellung von Hochwasserschutzkonzepten für die von Hochwasser bedrohten Stadtteile von Jena im Rahmen der Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie.Bei der unter Bodenschutzbehörde bin ich neben dem vorsorgenden Bodenschutz ebenfalls für die Beseitigung schädlicher Bodenveränderungen zuständig. Dies beinhaltet vor allem die Betreuung städtischer Sanierungsmaßnahmen. Außerdem führe ich das Thüringer Altlasteninformationssystem (THALIS) für das Stadtgebiet von Jena und erteile nach dem Thüringer Umweltinformationsgesetz Auskünfte über die registrierten Altlastenverdachtsflächen.

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Laura Degenkolb, Ouluu/Finnland

Auslandsaufenthalt im 3. Semester des Masterstudiengangs in Oulu/Finnland

Laura Degenkolb

Ich verbrachte mein Auslandssemester von September bis Dezember 2013 an der Oulun Yliopisto, wo ich im Bereich Biologie und Geologie studierte. 

Schon seit meinem 3. Semester an der Universität Jena wollte ich über Erasmus ein Auslandssemester durchführen, denn diese Möglichkeit schien mir sehr verlockend und eine ideale Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern und zu erkunden, ob das Leben im Ausland vielleicht auch später etwas für mich sein könnte. Schon längere Zeit lockte mich der Gedanke, später einmal in Schweden zu wohnen, so fiel mir die Wahl des Ziellandes nicht schwer. Doch natürlich klappte nichts so wie ich es wollte. Zuerst bewarb ich mich für einen Auslandsaufenthalt in meinem 5. Semester, doch die Dokumente der Gasthochschule Lund erreichten mich nie und so musste ich meine Pläne erst einmal aufschieben. Dann, in meinem 3. Mastersemester, sollte es aber endlich klappen. Ich bewarb mich für Göteborg und Lund, aber da Schweden ein sehr beliebtes Land ist, bekam ich den Platz nicht. Dennoch wollte ich immer noch wenigstens in ein skandinavisches Land und da war Oulu die letzte Möglichkeit. Ein Blick auf die Karte versetzte mir einen Schock: So weit nördlich lag dieses Oulu?! Das konnte ja was werden. Und dann hatte ich 4 Semester lang schwedisch gelernt, um mich nun mit Finnisch herumschlagen zu müssen. Schnell belegte ich noch einen Finnisch-Kurs, der anstrengend war. In Oulu würde ich später feststellen, dass fast niemand irgendwelche finnischen Vorkenntnisse hatte und man mit Englisch wirklich gut aufgehoben war, dennoch bin ich froh, diesen Kurs belegt zu haben, denn es bereichert den Auslandsaufenthalt in jedem Falle, wenigstens ein paar Aufdrucke und Schilder lesen zu können. Auch meine Schwedischkenntnisse waren mir in allen Supermärkten von Nutzen, da Schwedisch die 2. Amtssprache Finnlands ist, wenn sie auch in Oulu so gut wie niemand spricht. Ein weiteres Problem bei den Vorbereitungen für den Auslandsaufenthalt stellte die Wohnungssuche dar. Ich bewarb mich erst Mitte Mai für einen Wohnheimplatz, was deutlich zu spät war, um auch nur eine leise Chance auf eine Wohnung von PSOAS (des dortigen Studentenwohnheimes) zu haben. Nun musste ich über Couchsurfing und Facebook suchen und damit war ich nicht allein. Ich habe unglaublich viele Austauschstudenten kennengelernt, die keine Wohnung von PSOAS bekamen als sie anreisten und deshalb erst einmal in einem Hotel schliefen oder eben Couchsurfing machten (eine sehr empfehlenswerte Alternative zu den teuren Hotels). Ich hatte Glück und lernte kurze Zeit vor meiner Anreise einen Finnen über Couchsurfing kennen, der eine neue WG gründen wollte, in die ich mit einziehen konnte. Das stellte sich als ideal heraus. Er konnte mir zu Anfang mit sehr vielen Dingen helfen, lieh mir Möbel, Bettwäsche, Geschirr und eigentlich alles, was ich zum Leben brauchte und konnte natürlich bei sprachlichen Problemen immer helfen. Die Austauschstudenten in den Wohnheimen kamen kaum mit Finnen in Kontakt, allerdings lebten sie zusammen am Campus, der sich ca. 7km vom Stadtzentrum und damit meiner Wohnung entfernt befand. Zudem gab es in den Studentenwohnheimen, wo alle Austauschstudenten lebten, viele Partys, die mich und meinen Nachtschlaf sicher ziemlich gestört hätten. So bin ich letztendlich sehr froh, einen privaten Wohnplatz gefunden zu haben, der sich preislich auch nur geringfügig von den Wohnheimplätzen unterschied.Nachdem die Wohnungssuche geklärt war, stellte der Rest kaum noch Probleme dar. Für mein Studium wollte ich in Oulu keine Vorlesungen belegen, sondern ein 4monatiges Projekt durchführen und die Verantwortlichen der Universität Oulu waren bei der Suche sehr hilfsbereit. So fand ich schnell eine biologische Arbeitsgruppe, in der ich dieses Projekt ausführen konnte. Zudem wollte ich gern einen Kurs in Polarisationsmikroskopie absolvieren und auch hier war der Professor sehr entgegenkommend. Denn obwohl der Kurs in Finnisch war, bot er mir an als Ersatz für die Vorlesung ein Buch zu lesen und seine Übung z.T. in Englisch zu gestalten. Ich reiste 3 Tage bevor die Vorbereitungstage an der Universität begannen an. So konnte ich noch die Stadt kennen lernen und mich ein wenig einleben. Ich flog mit dem Flugzeug nach Helsinki und von dort aus nahm ich den Nachzug nach Oulu. Wer ebenfalls mit dem Zug anreisen will, sollte beachten, dass es nicht möglich ist, die Studentenpreise zu nutzen, bevor man die Studentenkarte der Uni Oulu besitzt. Auch ein internationaler Studentenausweis nützt da nichts. Um sich zu Beginn zurecht zu finden, bekommt jeder Austauschstudent auch einen finnischen kummi-Studenten zugeteilt (kummi= Pate), der mich z.B. vom Bahnhof abholte und mir in den ersten Tagen sehr viel half. Die Einführungstage waren für mich auch sehr sinnvoll. Zum Einen wurde dort alles organisatorisch Wichtige erklärt und man konnte auch gleich alle Gebühren bezahlen und Formulare abstempeln lassen, ohne erst lange suchen zu müssen. Außerdem gab es gleich zu Anfang einen NISO-afternoon (NISO= Network of international students Oulu), bei dem ich viele Freunde kennenlernte, mit denen ich dann die weiteren 4 Monate viel zu tun hatte. Eine meiner Ängste vor dem Beginn des Auslandsaufenthaltes war, dass ich vielleicht einsam sein könnte. Aber NISO und ESN veranstalteten so viele Events, dass es wirklich leicht war, neue Bekanntschaften zu machen und sich gleich wohl zu fühlen. Eine ganz wichtige Sache in den Einführungstagen war zudem, dass man sich für das kummi-family-program bewerben konnte. Dieses Programm ist wirklich eine geniale Erfindung der Oulun Yliopisto. Man bekommt eine finnische Familie zugeteilt, die einem dann die finnische Kultur näher bringen kann. Viele Austauschstudenten haben dieses Programm genutzt und ich habe von keinem einzigen etwas Schlechtes darüber gehört. Alle waren von ihren Familien begeistert, obwohl manche sich nur 3 oder 4 Mal mit ihr getroffen haben. Ich habe meine kummi-Familie in dieser Zeit auch unglaublich lieb gewonnen und wir haben schon jetzt geplant, dass ich sie zu Mittsommer besuchen kommen werde und sie im Sommer eine Reise nach Deutschland unternehmen. In Finnland haben sie mir so viel gezeigt und so viel mit mir unternommen, dass ich mich frage, ob man in Deutschland wohl die gleiche Gastfreundschaft finden würde. Jeden Mittwoch haben wir zusammen gebacken und sie haben mich mit in ihre verschiedene „mökkis" genommen, wo sie mir die finnische Natur auf schönen Wanderungen gezeigt haben, mich mit finnische Speisen bekocht und mir auch die finnische Saunakultur noch näher gebracht haben: Jeder sollte sich wenigstens ein Mal mit Birkenzweigen geschlagen haben, bevor er Finnland verlässt! Auch zu einem Eishockeyspiel der Oulun Kärpät nahmen sie mich mit, einen Skiurlaub hatten sie schon geplant und 4 Mal war ich mit ihnen im Oulujoki baden, zum Schluss bei 0°C Wassertemperatur. So viele finnische Dinge hätte ich ohne diese Familie nie erlebt, deshalb empfehle ich jedem, an dem Programm teilzunehmen, es ist eine echte Bereicherung.Mein Studium in Oulu war ebenfalls interessant und vielseitig. Im September durfte ich 3 Mal zur Feldarbeit in verschiedene Nationalparks reisen, wodurch ich viel vom Land gesehen habe. Eine Reise ging in den Oulanka-Nationalpark, die anderen beiden in den näher bei Oulu gelegenen Syöte-Nationalpark. Ab Oktober habe ich dann 2 Monate lang im Labor gearbeitet und zum Schluss gab man mir auch genügend Zeit, meinen Bericht zu verfassen. Das Essen in der Mensa in Oulu ist sehr preisgünstig, reichhaltig und gut, sodass ich mit Freuden mittags dorthin ging, wo man auch immer jemand Bekanntes treffen konnte.

Was in Oulu auch sehr wichtig ist, sind Fahrräder. Eine Busfahrkarte kostet 3.30€, d.h. zur Uni und zurück 6.60€ pro Tag. Als Student kann man sich für rund 40€ im Monat ein Busticket anschaffen, doch mit einem Fahrrad ist man weitaus unabhängiger und muss sich nicht mit dem unverständlichen Fahrplansystem der Linienbusse herumschlagen (bis zum Ende habe ich große Probleme gehabt, die Busse zu nutzen und dann auch an der richtigen Stelle herauszukommen). Was auch zu beachten ist: ein Bus hält in Finnland nur, wenn man ihm auch winkt, bloßes An-der-Haltestelle-stehen-und-warten führt automatisch dazu, dass der Bus vorüberfährt. Fahrradfahren ist in Oulu theoretisch ganzjährig möglich, das bestätigen einem alle Finnen. Dennoch ist es im Winter fast dauerhaft sehr glatt. Ich bin dennoch fast immer Rad gefahren und die Strecke war wirklich herrlich, denn im Ouluer Stadtgebiet gibt es ab und an auch mal ein Stück Wald und viele Brücken über Flüsse und das Meer. So friedlich die Finnen auch in allen anderen Dingen sind, man sollte in Oulu sein Fahrrad immer mit vielen guten Schlössern sichern. Meines wurde mir nach einem Monat gestohlen und damit war ich ganz und gar nicht die Einzige.Wer nach Finnland kommt, das habe ich zu meiner Freude festgestellt, der ist meist an der wunderschönen finnischen Natur interessiert. Da ich die skandinavische Landschaft liebe, habe ich mir von Anfang an vorgenommen, viel wandern zu gehen, denn finnische Städte lohnen einen Besuch meist nicht. In Oulu traf ich auf viele Gleichgesinnte, sodass ich wirklich wunderschöne Ausflüge unternehmen konnte: Wandern auf dem Kleinen Bärenpfad (Pieni Karhunkieros), Hundeschlittenfahren in Lappland, Schneewandern in Riisitunturi und vieles mehr. Eine Reise nach Helsinki ist natürlich durchaus lohnenswert. Nordlichter schauen war ebenfalls eines der Wunder in meinem Auslandssemester in Oulu, den Joulupukki in Rovaniemi besuchen gehörte genauso dazu wie Snowmobil- und Skifahrenin in Ylläs. Dieses Auslandssemester war die erlebnisreichste Zeit meines bisherigen Lebens, ich habe tolle Menschen kennen gelernt, die mich verändert haben und auch viele neue Dinge über mich selbst herausgefunden. Das Härteste an diesem Auslandssemester war die Vorbereitung, bei der viele Dinge nicht so geklappt haben wie ich mir das vorgestellt habe. Doch der Aufwand hat sich gelohnt und zu entscheiden, was das Beste an der tollen Zeit war, ist mir leider nicht möglich. Oulu ist auf jeden Fall ein wunderbarer Ort für einen Erasmusaufenthalt, wobei mir natürlich die Vergleiche fehlen. Ich bin sehr froh, dass mich das Schicksal an diesen Ort geführt hat und bereue keine Sekunde, nicht in Schweden gewesen zu sein. Hier in Deutschland werde ich nun Finnisch weiter lernen anstatt Schwedisch.

Kontakt: Laura Degenkolb

Christina Jeschke (M.Sc. Biogeowissenschaften)

Christina Jeschke (M.Sc. Biogeowissenschaften)

Auf den Studiengang Biogeowissenschaften bin ich durch meine Tätigkeit als Hiwi am „Jena-Experiment" aufmerksam geworden. Dort konnte ich sowohl an der Feldarbeit als auch an der wissenschaftlichen Auswertung der Ergebnisse teilnehmen. Danach habe ich mich über naturwissenschaftliche Studiengänge informiert die eine praktische Anwendung integrieren und später vielfältige Berufsfelder bieten. Der Bachelor- und Mastergang der Biogeowissenschaften in Jena gibt dazu eine sehr strukturierte Möglichkeit vor. Jena ist nicht nur multikulturelles Zentrum sondern ebenfalls ein traditioneller und aktueller Industrie- und Wissenschaftsstandort (meiner Region der Wahl), deshalb habe ich mich dort für ein Studium entschieden.

Durch die Integration und Interaktion verschiedener Naturwissenschaften wird im Studium ein breites Wissensspektrum vermittelt. Chancen sich in einzelnen Themengebieten fortzubilden bzw. zu spezialisieren und persönliche berufliche Fertigkeiten zu erlernen sollten durch Hausarbeiten, Praktika und Hiwistellen oder andere kleine Aushilfsarbeiten genutzt werden. So kann auch der Übergang von der Hochschule zum Beruf gemeistert werden.

Nach dem Studium habe ich mich für vertiefende wissenschaftliche Forschung in der Isotopengeochemie, mit praktischer Anwendung bei der Sanierung von bergbaulichen Altlasten, entschieden. Aktuell arbeite ich in einem Ingenieurbüro (BIGUS GmbH Weimar) im Bereich der Umwelttechnik. Schwerpunkt ist dort die umweltrechtliche Bewertung, Altlastenstandorte, Begleitung von Arbeiten in kontaminierten Bereichen wie z.B. die Vorgabe von Arbeits- und Sicherheitsplänen.

Nach dem Studium ist nicht nur die fachliche Qualifikation entscheidend ebenso spielt das persönliche Interesse eines Bewerbers, dessen Motivation und Engagement eine wichtige Rolle um den Job seiner Wahl zu bekommen.

Sina Bold (B.Sc. Biogeowissenschaften, M.Sc. Biological Oceanography)

Sina Bold (B.Sc. Biogeowissenschaften, M.Sc. Biological Oceanography)

Nach meinem Bachelor der Biogeowissenschaften an der FSU Jena und der University of Eastern Finland Joensuu, habe ich einen internationalen Master in "Biological Oceanography" am GEOMAR, Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel in Kooperation mit der Christian-Albrechts Universität zu Kiel absolviert. Dabei bin ich den Biogeowissenschaften bzw. der Biogeochemie treu geblieben. Ich hatte u.a. die Möglichkeit an einer fünfwöchigen Schiffsexpedition mit der Polarstern in die Framstraße teilzunehmen, die den Übergangvom atlantischen in den arktischen Ozean darstellt. Dort war ich Teil einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Planktonökologie und Biogeochemie in dem wandelnden arktischen Ozean beschäftigt.

Desweiteren habe ich als studentische Hilfskraft in der Arbeitsgruppe "Marine Geobiologie" am GEOMAR gearbeitet. Dort habe ich auch meine Masterarbeit mit dem Titel "Sulfate Reduction and Nitrogen Fixation in Oil-Contaminated Marine Sediments" verfasst.

Zur Zeit studiere ich "Science Communication" an der Dublin City University, Irland. Diesen zweiten Masterstudiengang werde ich voraussichtlich im Herbst 2015 abschließen.

Alumni — Vernetzung mit dem IGW

Wir möchten mit Ihnen im Kontakt bleiben! Weitere Informationen rund um das Thema Alumnis an Ihrem ehemaligen Institut der FSU Jena finden Sie hier.

Biogeo-Alumni-Tage

Alumni-Tag 2016